Führende Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland

Quelle: www.luenendonk.de

  • Top 25 der Zeitarbeitsunternehmen wachsen um mehr als 43 Prozent
  • Nachfrage erreicht Langzeitarbeitslose
  • Veränderungen in der Anbieterlandschaft

Bad Wörishofen, 22. Mai 2007. — Der Markt für Zeitarbeits- und Personaldienstleistungen wächst weiter mit großer Dynamik. Getragen von einem stabilen Konjunkturaufschwung in 2006 konnten die Top 25 der Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland ihren Umsatz durchschnittlich um mehr als 43 Prozent steigern. Das zeigt die aktuelle, jährlich erscheinende Lünendonk®-Liste 2007 „Führende Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland“. Damit legten die führenden Anbieter deutlich schneller zu als der Gesamtmarkt, der in 2006 um rund 22 Prozent gewachsen sein dürfte.

Ein Teil des überproportionalen Wachstums ist dabei auf die Übernahme-Strategien einiger Anbieter wie Allgeier Holding, Timepartner oder Trenkwalder Personaldienste zurückzuführen, die ihren Umsatz insbesondere durch Unternehmenszukäufe gesteigert haben. Abzüglich dieser Unternehmen ergibt sich ein durchschnittliches Wachstum der führenden Anbieter von mehr als 33 Prozent.

Nach Schätzungen des Marktforschungs- und Marktberatungs-Unternehmens Lünendonk, Bad Wörishofen, stieg das Marktvolumen für Zeitarbeit- und Personaldienstleistungen in Deutschland im Jahr 2006 auf 10,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2005 lag das Marktwachstum bei etwa 14 Prozent.

Die Top 25 der Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Branche in Deutschland haben im Jahr 2006 einen Inlandsumsatz von mehr als 5,7 Milliarden Euro auf sich vereint; das ist mehr als die Hälfte (54 Prozent) des Gesamtmarktes. Die anderen etwa 46 Prozent des Marktvolumens teilen sich demnach mehrere Tausend mittelgroße und kleine, häufig regional und sektoral tätige Zeitarbeitsunternehmen.

Das größte Unternehmen, Randstad, erzielte in 2006 einen Umsatz von 1.057 Millionen Euro und kommt zusammen mit der 2006 übernommenen Bindan-Gruppe auf einen Marktanteil von rund 11 Prozent. Insgesamt haben die Top 25 im Jahr 2006 rund 198.600 Zeitarbeitnehmer beschäftigt. Das sind über 36 Prozent mehr als im Vorjahr (2005: 145.800).

Nachfrage erreicht Langzeitarbeitslose

Die meisten Zeitarbeitnehmer der Top 25 waren vor ihrer Beschäftigung bis zu einem Jahr arbeitslos. Insgesamt machte diese Personengruppe in 2006 einen Anteil von 50,6 Prozent der Belegschaft aus. Die zweitgrößte Gruppe der Zeitarbeitnehmer wechselte aus einer Festanstellung in die Zeitarbeit (22,4 Prozent). Beide Gruppen haben von 2005 auf 2006 prozentual leicht zugenommen.

Neben den Kurzzeitarbeitslosen sowie denjenigen, die aus einer Festanstellung in die Zeitarbeit überwechseln, hat die große Nachfrage nach Arbeitskräften seitens der Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen inzwischen auch die Langzeitarbeitslosen erreicht. So kamen bei den Top 25 in 2006 durchschnittlich 16,2 Prozent der Zeitarbeitnehmer aus einer Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr 2005 bedeutet das einen Anstieg um 3,8 Prozentpunkte.

Rückläufig war in 2006 dagegen die Zahl der Zeitarbeitnehmer, die direkt aus der Berufsausbildung (Rückgang von 11,1 Prozent in 2005 auf 7,2 Prozent in 2006) beziehungsweise direkt nach einem Studium (Rückgang von 5,9 Prozent auf 3,6 Prozent) zu einem Zeitarbeitsunternehmen wechselten. Diese Entwicklung ist zum großen Teil auf die verbesserte Arbeitsmarktsituation insgesamt zurückzuführen.

Neue Wettbewerber am Markt

Die Anbieterlandschaft der führenden Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen hat sich in 2006 weiter verändert. Neue, schnell wachsende Wettbewerber positionieren sich unter den Top 25 der Branche. Zu nennen sind etwa Unternehmen wie Timepartner oder Orizon AG, deren Wachstum mit Hilfe von Investoren auf einer so genannten Buy-and-build-Strategie aufbaut. Darüber hinaus verfolgen auch andere Anbieter eine durch Übernahmen geprägte Expansions-Strategie, etwa Trenkwalder Personaldienste oder das hybride Anbieter-Unternehmen Allgeier Holding, das Personaldienstleistungen und IT-Services anbietet und seinen Umsatz in 2006 mehr als verdoppelte.

Parallel zu den stark durch Übernahmen wachsenden großen Einzel-Anbietern hat sich mit dem AÜG Netzwerk, einem klassischen Netzwerk mittelständischer Zeitarbeitsunternehmen, ein neuer Wettbewerber im Kreis der Großen positioniert. Gemeinsam erzielten die 104 Netzwerkpartner in 2006 ein Umsatzvolumen von etwa 338 Millionen Euro. Da es sich bei den Netzwerkpartnern um eigenständige Unternehmen handelt, erscheint das AÜG Netzwerk nicht in der Lünendonk®-Liste der führenden Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland.

Fachkräftemangel als wachsende Herausforderung

Für die Wirtschaft gehört die Zeitarbeit zu einer wichtigen Säule der flexiblen Ressourcenplanung. Dabei werden zunehmend auch hochqualifizierte Aufgaben wie Finanzbuchhaltung, Konstruktions- und Ingenieur-Dienstleistungen an Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen übertragen. Angesichts der hohen Nachfrage seitens der Kundenunternehmen verzeichneten die führenden Zeitarbeits-Unternehmen in 2006 einen spürbaren Fachkräftemangel. Dieser dürfte sich beispielsweise bei den Ingenieursberufen in 2007 als reales Hemmnis bei insgesamt hohem Wachstum im Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen auswirken.